Paul Peter Medzech und Petershagener Hauptschüler schaffen Skulptur

Datum: 08.05.2010     Quelle: MT

Baum aus Schrott und Stein geschaffen / Gemeinsames Kunstprojekt mit Firma Jenz
VON JÜRGEN KRÜGER

Petershagen-Friedewalde (jk). Für die einen ist es Schrott, für die anderen begehrtes Baumaterial. In diesem Fall ist es sogar Kunst, denn Mindener Bildhauermeister Peter Paul Medzech legte Hand an, um aus Metallschrott einen Baum zu schweißen.



Schrottkünstler: Jonathan Mecklenburg (linke Reihe von unten), Jerome Böhm, Emanuel Niemann, Nico Kraft und Christian Kruse (rechte Reihe von unten, Bildhauer Peter Paul Medzech und Kunstlehrer Thomas Willer. Jannik Henkel und Marcel Weihe fehlten beim Fototermin. | Foto: Jürgen Krüger


Fünf Monate dauerte das Kunstprojekt in Zusammenarbeit mit der Hauptschule Petershagen, bei dem sieben Hauptschüler beteiligt waren. Gefertigt wurde die Skulptur bei der Firma Jenz in Wegholm, die Kooperationspartner der Hauptschule Petershagen ist. Jetzt steht der Eisen- und Steinbaum im Garten der Wegholmer Firma.

Die Idee hatte Anna Hermeier, ausgebildete Holzbildhauerin und Steinmetz. Sie ist Gesellschafterin der Jenz GmbH und führt gemeinsam mit Ehemann Uwe Hempen-Hermeier das 1921 von ihrem Großvater Hans Jenz gegründete Unternehmen.

Die Kooperation mit der Hauptschule Petershagen existiert seit dem Jahr 2003. Viele gemeinsame Projekte hat es seither gegeben. Doch über dieses Kunstprojekt freut sich Anna Hermeier besonders. "Unser Metier ist nun mal Stahl", sagt sie.

Jenz produziert Technik zur Aufbereitung von Biomasse. Und da fällt hin und wieder metallener Ausschuss an. Die Kunstprojekte von Peter Medzech gefallen Anna Hermeier sehr gut, und so war die Verknüpfung perfekt.

An der Petershäger Hauptschule fanden sie in Thomas Willer einen begeisterten Kunstlehrer, der sieben Schüler motivierte, an dem Schrott-Kunstprojekt mitzuarbeiten. Gearbeitet wurde nach der Schule in der Freizeit.

"Uns hat wohl alle die technische Seite dieses Projektes interessiert", sagt Nico Kraft. Gelockt habe sie allerdings auch die Möglichkeit, ein modernes Unternehmen von innen kennenzulernen, wie Emanuel Niemann zugibt.

Rund 15-mal trafen sich die Jungs und Bildhauermeister Peter Medzech bei Jenz, berieten ihre Ideen, sägten, flexten und schweißten. Ihnen zur Seite standen erfahrene Auszubildende der Firma, die darauf achteten, dass technisch gesehen nichts schief ging.

So entstand auf der Basis eines alten Metallflansches nach und nach ein Baum aus Flacheisenresten, alten Muttern, Gewindestangen, Rohren und Zahnrädern. Selbst ausgediente Sägeblätter und Kugellager fanden so ihre letzte Ruhe - als Kunstobjekt, das einen verrotteten Baumstamm darstellen soll.

Große Steine, die von einer Art stählernem Drahtkorb, selbst geschweißt, gehalten werden, wiegen sich wie Blätter im Wind, so scheint es. Doch tatsächlich wiegt sich nichts, denn der 1,5 Tonnen schwere Koloss aus Stahl bewegt sich keinen Millimeter in seinem dicken Betonfundament.

"Diese Arbeit passt meiner Ansicht nach zum Unternehmen, das sich mit Biomasse beschäftigt. Es ist immer schon mein Traum gewesen, Technik und Natur in Balance zu bringen", sagt der 63-jährige Peter Paul Medzech. Die bei der Vorstellung der Arbeit anwesenden und am Projekt mitarbeitenden Hauptschüler stimmten dem zu. Gern hätte der ein oder andere Schüler aber lieber wieder die Flex in die Hand genommen.