Die Bundeswehr lädt Schüler ein
Datum: 19.06.2010 Quelle: MT
270 Jugendliche informieren sich über Karrieremöglichkeiten und Leistungsspektrum VON STEFAN KOCH
Eine Einweisung in den Gebrauch von Tarnschminke gab Diana Beerenkämper-Sturm (r.) auf dem Wasserübungsplatz.
Minden (mt). Zum Tag der Schulen führen Pioniere Jugendlichen die ganze Bandbreite ihrer Technik vor. Manche kommen mitunter von weit her, um sich über Dienst und Berufsaussichten bei den Streitkräften sachkundig zu machen. Gestern war es wieder so weit: Trotz Wehrpflichtdebatte und Fußball WM fanden 270 den Weg zum Wasserübungsplatz in Minden. Gesichtstarnung lasse sich am besten mit Hautcreme entfernen, erklärt Stabsunteroffizier Diana Beerenkämper-Sturm Schülerinnen und Schülern am Biwakfeuer. Dort wird unter dem Motto "Leben im Felde" Wissenswertes vermittelt. Weiter hinten auf der Weser ist eine Gruppe im Schlauchboot unterwegs. Ein weiterer Teil steigt auf eine entfaltete Amphibie M3 - das mobile Schwimmbrückengerät, von dem die Mindener Pioniere als einzige in Deutschland 30 Exemplare am Standort unterhalten.
Wehrdienstberater aus Dienststellen in Herford und Detmold hatten im Vorfeld des Besuchs dem schweren Pionierbataillon 130 interessierte Schulen gemeldet, die dann nach Minden eingeladen wurden. So war auch gestern wieder der Einzugsbereich der Besucher groß. Neben etlichen Bildungseinrichtungen aus der Umgebung war eine Abiturklasse aus Paderborn dabei. Wenn die Schüler kommen, stellen die Mindener Pioniere das komplette Leistungsspektrum in einzelnen Stationen dar. Zu sehen sind dann auf dem Wasserübungsplatz Logistikfahrzeuge, Taucher, Funkanlagen, Kräne, die Sanitätsstaffel, Faltfestbrücken, Maschinen für Erdarbeiten und gepanzerte Erkundungsfahrzeuge. Dazu geben Soldaten sachkundig Auskunft.
"Viele fragen zunächst verwundert, ob wir keine Kampfpanzer haben", meint Marcus Wöhrmann, Presseoffizier des Bataillons. Dafür zeigten die Pioniere gestern als Highlight den Brückenschlag mit der Amphibie auf der Weser. Doch schon um 13.30 Uhr war Schluss: Das Spiel Deutschland gegen Serbien stand an.
Richard Stellhorn ist Lehrer an der Hauptschule Petershagen. Schon zum sechsten Mal kam er gestern bei den Pionieren vorbei und brachte zwei zehnte Klassen mit. Wichtig sei ihm, dass die Besuche im Unterricht vorbereitet würden. So hätten Anfang des Jahres ein Jugendoffizier und eine Vertreterin des Kreiswehrsatzamtes über sicherheitspolitische Fragen, Einstellungs- und Ausbildungsvoraussetzung informiert. Nun stünden die rund 50 Jugendlichen am Ende ihrer Schulzeit - nur 13 hätten schon eine Lehrstelle.
"Viele interessieren sich für die Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr", sagt Stellhorn. Aber die Teilnahme am Afghanistaneinsatz als mögliche Konsequenz einer längeren Dienstzeit es sei ebenso in den Köpfen präsent.
Anmeldezahlen schwanken
Alle zwei Jahre veranstaltet die Bundeswehr in Minden ihren Tag der Schulen. Aufgrund des Standortjubiläums und anderer Anlässe war diese Regelung allerdings durcheinandergeraten. So gab es den Schultag zuletzt offiziell 2007 - damals hatte sich noch fast die dreifache Menge angemeldet. Gründe für den Schwund hatten die Organisatoren gestern nicht ausgemacht.
Wie Hauptmann Philipp Schlomach als nebenamtlicher Jugendoffizier im Bataillon erklärte, gebe es auch Praktikantenplätze bei den Pionieren. Erst in den vergangenen Wochen hätten fünf Interessierte für zwei bis zweieinhalb Wochen den Dienst in der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne begleitet. Und auf den Tag der Schulen bereiteten sich immer wieder einige Teilnehmer - oft durch Internetrecherche - überraschend gut vor. "Eine Schülerin konnte schon einmal die gesamten Leistungsdaten des Pionier-Panzers ,Dachs` aufsagen."
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