Blumen als Erinnerung an das Leid der Opfer

Datum: 04.03.2009     Quelle: MT

Spende eines Überlebenden des Arbeitserziehungslagers Lahde / Hauptschüler pflanzen 1200 Blumenzwiebeln
Petershagen (Wes). Tulpen und Narzissen erinnern im Frühjahr an das Leid im Arbeitserziehungslager Lahde. Gepflanzt wurden die 1200 Blumenknollen von Lahder Hauptschülern.
Von Ulrich Westermann


Gespendet hatte die Knollen der 85-jährige Maarten Zevenbergen aus Poortugal bei Rotterdam. Er hat im Jahr 1944 das Grauen im Arbeitserziehungslager überlebt. Bei einem Besuch in der Stadt Petershagen überreichte der Seniorchef eines großen Gartencenters einer Abordnung der Stadt das grüne Geschenk (das MT berichtete).

"Mir ist bekannt, dass an der Dingbreite in Lahde jedes Jahr eine Feierstunde gegen das Vergessen stattfindet. Diese Blumenzwiebeln sollen ein Symbol des Dankes an die Stadt Petershagen, die Kulturgemeinschaft Lahde, die Jungen und Mädchen der Haupt- und Realschule Lahde, deren Lehrkräfte und an alle Verantwortlichen sein", meinte Zevenbergen.

Die Narzissen- und Tulpenknollen sind von der Projektgruppe "Grüne Schule" der Hauptschule Lahde in die Erde gebracht worden. Hinzu kam eine Eigenzüchtung von Maarten Zevenbergen.

Dabei handelt es sich um hochgewachsene Schneeglöckchen, deren Blüte erst im Mai zu erwarten ist.
An mehreren Tagen waren 15 Neun- und Zehntklässler im Einsatz. Begleitet wurden sie von Lehrer und Projektleiter Rüdiger Nacke. Ebenfalls mit von der Partie war Helmut Klaas, der seit 2005 mit Maarten Zevenbergen in Verbindung steht und zweimal einen Besuch des Niederländers in der Stadt Petershagen organisiert hat.

Schüler leisten Arbeit freiwillig
Nach Absprache mit dem städtischen Bauhof fanden die Pflanzaktionen am Gedenkstein an der Dingbreite in Lahde, am Mahnmal auf dem Lahder Friedhof, auf der Ehrenstätte-Anlage in Bierde und auf

dem jüdischen Friedhof in Petershagen statt. Mit Spaten, Harken und Pflanzschaufeln ging es ans Werk.

"Unsere Projektgruppe besteht bereits seit 15 Jahren. Beteiligt sind Schüler, denen es Spaß macht, draußen zu arbeiten", war von Rüdiger Nacke zu erfahren. Einige von ihnen seien bereits für die Ausbildung zum Landschaftsgärtner vermittelt worden.