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Hauptschule Petershagen |
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Motto: Wir sehen hin. Schaut nicht wegDatum: 14.04.2008 Quelle: MT Feierstunde mit Realschülern und Hauptschülern am Gedenkstein für Nazi-Opfer des Arbeitslagers in Lahde
Petershagen-Lahde (Wes). Unter großer Beteiligung richtete die Kulturgemeinschaft an dem Gedenkstein, der an das Arbeitserziehungslager der Nazis in Lahde erinnert, eine Feierstunde gegen das Vergessen aus.
Von Ulrich Westermann
![]() Nicole Grabow und Pascal Heuer legten am Gedenkstein einen Kranz nieder.
(Fotos: Ulrich Westermann) "Zum Gedenken an Leid und Tod im Arbeitserziehungslager Lahde - 1943 bis 1945" heißt die Inschrift auf einem Mahnmal, das von der Stadt Petershagen im April 1995 am früheren Lagergelände an der Dingbreite aufgestellt worden ist. Die Anlage wird von Hauptschülerinnen und -schülern der 9. und 10. Klasse des Wahlpflichtfaches "Grüne Schule" gepflegt. An der Feierstunde beteiligt waren Jungen und Mädchen der Realschule und Hauptschule Lahde. Vier Schülerinnen präsentierten selbst verfasste Plakate mit der Aufschrift: "Wir sehen hin. Schaut nicht weg. Macht mit, wenn Unrecht geschieht".In den 22 Monaten, in denen das Lager existierte, kamen 723 Menschen ums Leben. Sie starben an Erschöpfung, verhungerten oder wurden hingerichtet. Die Schreckenseinrichtung ist am 4. April 1945 aufgelöst worden. Vor den heranrückenden alliierten Truppen wurden die Lagerinsassen in Richtung Hannover in Marsch gesetzt. Viele von ihnen sind dort nicht angekommen. Dieser "Todesmarsch nach Hannover" ist ein Teil der traurigen Geschichte des Arbeitserziehungslagers. Zu Beginn der Feierstunde erinnerte Kulturgemeinschaftsvorsitzender Friedrich Niemeier an das unvorstellbare Leid der Menschen aus vielen Nationen. An Stelle der Kleidung hätten sie zerlumpte Sträflingssachen getragen. "So etwas darf nicht wieder passieren. Wir müssen uns die Erinnerung in das Gedächtnis rufen und wachsam sein." Bürgermeisterin Marianne Schmitz-Neuland dankte den Schülerinnen und Schülern für das Bemühen, aus den Ereignissen zu lernen. "Alle wollen wir den Weg der Verständigung gehen. Die Aktivitäten der Jungen und Mädchen der Haupt- und Realschule tragen dazu bei." Einige Schülerinnen erinnerten mit ihren Textvorträgen an insgesamt 8000 überwiegend politische Häftlinge, die in das Lager gebracht worden seien, um das Kraftwerk zu bauen. In einem Steinbruch in Steinbergen hätten sie täglich 100 Tonnen Schotter abbauen müssen. "Schläge und weitere Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Viele Opfer starben bei den schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen an Entkräftung und Krankheit. In Steinbergen war das jüngste Mordopfer jünger als wir. Wassili war erst 15 Jahre alt, als er starb." Zeitzeuge erinnert sich Wichtig sei, hinzuschauen, wenn heute Unrecht geschehe, Menschenrechte verletzt, Mitmenschen gedemütigt oder misshandelt würden, führten sie weiter aus. Sichtlich bewegt trug der Quetzer Ortsheimatpfleger Walter Prange als Zeitzeuge einige Erinnerungen vor. Er war zwölf Jahre alt, als er Brot in das Lager bringen musste. "Aus dem Küchenfenster sah ich einen doppelten hohen Zaun, einen Hundezwinger und einen Galgen. Ich musste mit ansehen, wie dort ein Häftling aufgehängt wurde", blickte Prange zurück. Des Weiteren erinnerte er an Häftlinge, die unter Bewachung Handkarren durch Lahde zogen, um Tote zum Friedhof oder über die Weser nach Petershagen zu bringen. "Was hier geschehen ist, war ein großes Verbrechen. Achtet darauf, dass so etwas nie wieder vorkommt", appellierte Walter Prange an die Jungen und Mädchen. Mit einem Gebet von Pfarrer Hans-Hermann Hölscher und der Kranzniederlegung endete die Feierstunde. Plakate gegen das Vergessen trugen einige Mädchen bei der Feierstunde am früheren Lagergelände. |
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