Eselsohren sind tabu - Die Bewerbungsmappe muss topp sein

Datum: 16.04.2008     Autor: Von Andreas Heimann, dpa

Berlin (dpa/tmn) - Die Bewerbungsmappe ist meistens das erste, was Unternehmen von Stellensuchenden sehen. Das gilt auch für
Schulabgänger, die sich um einen Ausbildungsplatz bemühen. Die schriftlichen Unterlagen müssen deshalb top sein. Denn sie
entscheiden darüber, wer zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird.
Wer sich mit der Mappe zu wenig Mühe gibt, vermasselt sich unnötig seine Chancen.

   Das ist gar nicht so selten der Fall. ?Oft sind die Unterlagen unvollständig. Manchmal hat sogar der Lebenslauf Lücken?, sagt Berit
Heintz vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin. ?Die Jugendlichen haben nicht im Blick, dass Arbeitgeber es schon gerne genauer wüssten. Man sollte aufpassen, dass im Lebenslauf
alles schlüssig ist.? Auch Praktika sollten unbedingt erwähnt werden.

   Grundsätzlich sollten die Bewerbungsunterlagen aus Anschreiben,
Lebenslauf und Zeugnis bestehen. Das letzte Schulzeugnis reicht. ?Das Anschreiben sollte rund 20 Zeilen lang sein, auf keinen Fall mehr als
eine Seite?, sagt Berit Heintz. Als Schriftgröße sei 11 oder 12 Punkt zu empfehlen. Für den Lebenslauf reiche ebenfalls eine Seite aus,
ergänzt Ilona Mirtschin von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Der falsche Ansatz sei, ein langatmiges Prosawerk zu texten. ?Tabellarisch reicht vollkommen.? Wichtig ist die Unterschrift mit Datum - das vergessen viele Bewerber nach Beobachtung der Experten immer wieder.

   Einen schlechten Eindruck machen schlampige Unterlagen: ?Wichtig ist schon einmal, dass im Anschreiben keine Grammatik- und Rechtschreibfehler sind?, sagt Ilona Mirtschin. Auf solche scheinbaren Kleinigkeiten zu achten, sei enorm wichtig, sagt auch Berit Heintz: ?Besser ist, man lässt den Text noch einmal gegenlesen. Dafür kann man auch einen Lehrer fragen.? Das Papier sollte keine Eselsohren haben und möglichst sauber sein. ?Es gibt Bewerbungen, da stehen einem die Haare zu Berge.?

   Aber nicht nur die Form muss stimmen - schließlich zählen auch die Inhalte: ?Nicht einfach einen unpersönlichen Standardtext verwenden?, empfiehlt Ilona Mirtschin. Bevor das Anschreiben formuliert wird, ist es außerdem ratsam, sich schon einmal mit dem Arbeitgeber zu
beschäftigen. Es sei wenig überzeugend, wenn jemand schreibt ?Ich will Mechatroniker werden, weil ich das interessant finde?, sagt Annedore Bröker von der Arbeitsagentur in Hamburg.

   Viel besser sei, wenn der Bewerber erklären kann, was genau ihn an dem Beruf und dem Betrieb reizt und er möglichst auch eine Beziehung zu seinen privaten Hobbys und Interessen herstellen kann. ?Ich sollte mich schon fragen, was ich in meiner Bewerbung betonen will, um zu zeigen, dass ich qualifiziert für die Stelle bin?, rät Berit Heintz.

   Auch die Persönlichkeit des Bewerbers muss erkennbar sein. ?Der Arbeitgeber will schließlich wissen: Was ist das für ein Mensch? Passt der in meinen Betrieb??, erläutert die DIHK-Expertin. Und dabei zählt nicht nur die fachliche Qualifikation. ?Arbeitgeber erwarten auch Kompetenzen wie Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft.? Der Hinweis auf die bevorzugten Sportarten kann da hilfreich sein, sagt Heintz: ?Wer regelmäßig im Verein trainiert, sollte das ruhig angeben.? Schaden kann es nicht - und mit etwas Glück macht sich das
Training so auf noch ganz andere Weise bezahlt.

   Informationen: Die CD-ROM ?Bewerbung um eine Ausbildungsstelle? kann für eine Schutzgebühr von 7,50 Euro bestellt werden:
Bundesagentur für Arbeit, Bestellservice c/o IBRO Funk und Marketing GmbH, Kastanienweg 1, 18184 Roggentin (E-Mail:
arbeitsagentur@ibro.de).

   INFO-KASTEN: Checkliste für die Bewerbungsunterlagen

   Die Bewerbungsunterlagen müssen vollständig und ordentlich sein. Am besten lässt sich das mit einer Checkliste überprüfen. Folgende Punkte sollten dabei beachtet werden, empfiehlt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg:

- Für das Anschreiben und den Lebenslauf wird weißes, unliniertes Papier in DIN A4-Format verwendet. Rechts und links bleibt ein Rand
von 2,5 Zentimetern.

- Das Passbild sollte vom Fotografen, nicht aus dem Automaten sein.

- Es wird am besten mit Fotoecken oben rechts auf dem Lebenslauf befestigt.

- Von den Zeugnissen werden nur Kopien, keine Originale verschickt.

- Lebenslauf und Anschreiben sollten dagegen keine Kopien sein.

- Datum und persönliche Angaben im Anschreiben und Lebenslauf müssen übereinstimmen.

- Alle Unterlagen werden am besten in eine Bewerbungsmappe geheftet. Sie sollten jedenfalls nicht gelocht werden.

- Vernünftig ist, von jedem Bewerbungsschreiben eine Kopie zu behalten, um beim Vorstellungsgespräch zu wissen, was darin stand.

- Auf keinen Fall vergessen, auf dem Briefumschlag den Absender zu notieren.
dpa/tmn ah cf cr


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